Ruhrpottkatjes

Leben im Ruhrpott

Never been closer to heaven – Tandemsprung Erlebnisbericht

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Es ist laut, wir robben zur Tür. Der Wind bläst mir um die Nase und ich merke, wie kalt es hier oben ist. Meine Beine sind draußen.  Mein Kopf ist leer, ich spüre in diesen Moment nichts, keine Angst, keine Aufregung,  noch nicht einmal meinen Pulsschlag (der laut Pulsuhr beim Rausfallen bei  172 war). Brav habe ich meinen Kopf in den Nacken gelegt und halte mich an meinem Gurt fest.

Ich sehe eine Wolke (und realisiere unbewusst, dass wir nicht mehr im Flieger sind), dann erschrecke ich mich, weil ich merke, dass es runter geht. „Oh Gott“, ich schreie kurz auf und so schnell wie der Moment gekommen ist, ist er auch schon wieder vorbei. Ich spüre ein Klopfen und breite meine Arme aus.  Ich schwebe, ich sehe Wolken. Wir drehen uns, definitiv schneller als im Tunnel. Ich sehe  einen Mann (es ist mein Foto/Videomann) auf mich zufliegen. Er reicht mir seine Hand und ich gebe ihn meine, wir schütteln uns kurz die Hände, dann fliegt er wieder ein Stück zurück, kommt aber wieder näher um mir seine Hand zu geben. Ich halte sie fest und wir drehen uns zu dritt. Es ist lustig. Ich habe Spaß und genieße den Freifall.

Dann merke ich einen leichten Ruck und es geht ein bisschen nach oben. Der Fallschirm ist auf und ich bemerke die Stille hier oben. Man hört nichts, unvorstellbar schön diese Ruhe. Erst jetzt  werfe ich meinen allerersten Blick nach unten und stelle fest, dass es doch ganz schön hoch ist. Im Freifall hatte ich ganz selbstverständlich meinen Kopf im Nacken und habe mir die Wolken angeschaut. Irgendwie habe ich nicht dran gedacht, mal nach unten zu gucken. Eigentlich habe ich überhaupt nicht gedacht. In den 55sec Freifall war mein Kopf einfach nur leer.  Ich kann diesen Zustand nicht in Worte fassen. Bei der Fallschirmfahrt durfte ich auch eine ganze Weile den Fallschirm lenken.

Leider gab es ein paar kritische Punkte, die Organisation war doch ein bisschen chaotisch. Laut Bildschirm sollte ich mit einem Marco springen, als ich aufgerufen wurde, hieß es, du springst mit Helmut,  hatte ich jetzt kein Problem mit. Helmut und ich machten uns vertraut, er legte mir die Gurte an und wir unterhielten uns. 1 Minute bevor wir dann zum Flieger mussten, hieß es plötzlich, Helmut muss mit einer anderen Dame springen (die unbedingt mit Helmut springen wollte) und ich bekam einen anderen Tandemmaster, der noch im Landeanflug war. Dieser kam natürlich völlig gestresst und auch genervt an. Helmut machte ihn darauf aufmerksam, dass er sich doch Zeit lassen solle, er wäre ja auch noch nicht fertig.

Im Nachhinein frage ich mich, warum man der Dame nicht gesagt hat,  wenn sie unbedingt mit Helmut springen möchte (wofür ich ja Verständnis habe), dass sie da noch warten muss. Auch wurde leider der Sprung von meinem Tandemmaster durch sein rücksichtsloses Verhalten danach ein wenig getrübt.

Trotzdem lasse ich mir dieses tolle Erlebnis dadurch nicht madig machen.  Diese Erinnerungen und die schönen Momente kann mir keiner nehmen und ich bin irgendwie auch ein bisschen stolz auf mich. Jedesmal wenn ich mir die Bilder oder das Video anschaue, kribbelt es, ich habe Gänsehaut und grinse. Der Freifall war sooooo unbeschreiblich schön. Der Blick auf die Wolke, als ich unbewußt realisiert habe, dass ich jetzt wirklich in der Luft, in 4200 Meter Höhe bin, hat sich in mir eingebrannt und ich werde dieses Bild nie vergessen.

Petrus war auf meiner Seite und ich habe dadurch wundschöne Bilder mit herrlich blauem Himmel.  Bilder sagen ja mehr als Worte. 🙂
Zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken!

 

 

 

13 Kommentare

  1. Ich habe dir ja schon meine Hochachtung geschrieben und die Fotos sind der reine Wahnsinn ! Irre ! das wirst du niemals vergessen und es sollten wirklich alle wahnsinnig stolz auf dich sein !
    Also nochmals herzliche Gratulation zu diesem einmaligen Erlebnis mehr kann ich nicht dazu sagen !!!! LG Manni

  2. Schöner Bericht , tolle Fotos und Hut ab das Du das gewagt hast. Du kannst wirklich stolz auf die Entscheidung sein das auch wirklich durchgezogen zu habenGlückauf und „Blue Skies and safe landings“ für deine zukünftigen Sprünge :-)!

  3. Der absolute Hammer! Wahnsinn! Ganz tolle Fotos! Das war doch bestimmt nicht das letzte Mal…😃

  4. hejjjj, toll. Diesen Moment vor dem Flug, da man schon draußen hängt, den stell ich mir absolut panikmäßig vor…..
    Der Flug, das muss megatoll sein!!

    Respekt!

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